Logopädie für Kinder

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Kindliche Sprach-, Sprech- und Sprachentwicklungsstörungen

Bei einer phonologischen Störung hat das Kind eine verzögerte Entwicklung oder abweichende Organisation der Laute die im Deutschen verwendet werden. Dies führt dazu, dass das Kind Wörter falsch ausspricht. Das Kind spricht das Wort „Treppe“ als „Kreppe“ aus. Oder aus dem Wort „Schlange“ wird das Wort „lange“.

Eine grammatische Störung kann sich auf Satzebene (Syntax) oder auf morphologischer Ebene zeigen. Ist die Satzebene betroffen, zeigen die Kinder falsche Satzstellungen oder lassen Satzteile aus. Ist die morphologische Ebene betroffen können Kinder das Geschlecht (Genus), die Fälle (Kasus), die Zeitform (Tempus) oder die Mehrzahl (Numerus) nicht korrekt anwenden.

Kinder die Probleme in der Bedeutungsentwicklung oder Wortbedeutung zeigen, können eine semantische Störung haben. Die Kinder verwenden auffallend häufig Oberbegriffe. Statt „Ich essen eine Banane“ sagen sie „Ich esse Obst“. Genauso kann es aber auch sein, dass Oberbegriffe und Kategorien nicht eindeutig sind. So wird der Kuscheltierelefant als Tier und nicht als Spielzeug erkannt.

Die Kinder zeigen einen kleinen Wortschatz der nicht altersgerecht ist. Das Kind benutzt nur wenige Tuwörter (Verben), Hauptwörter (Nomen) oder Wiewörter (Adjektive). Die Ursachen sind vielfältig und können in der Aufnahme, Verarbeitung, Speicherung oder Abruf begründet liegen. Besonders sollen hier die „Late Talker“ genannt werden, bei denen ein verspäteter Sprachbeginn vorliegt.

Das Kind zeigt eine auffällige Erzählstruktur (Pragmatik). Das heißt, wichtige Informationen werden nicht genannt, oder die Reihenfolge der erzählten Inhalte ist nicht korrekt, so dass das Kind nicht verstanden wird.

Die frühe Förderung von Kindern mit einem Risiko für eine Sprachentwicklungsstörung, soll dem Kind eine Unterstützung beim Spracherwerb geben, um Folgestörungen zu verhindern.

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Autismus-Spektrum-Störungen sind tiefgreifende Entwicklungsstörungen, die u.a. durch ein reduziertes Interesse an sozialen Kontakten sowie einem reduzierten Verständnis sozialer Situationen gekennzeichnet sind.

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Down- Syndrom wird auch Trisomie 21 genannt und gibt an an welchem Chromosom einer Störung auftritt. Das Syndrom zeigt ein typisches äußeres Erscheinungsbild. Kinder mit Trisomie 21 zeigen häufig eine Sprachentwicklungsverzögerung die logopädisch behandelt werden kann.

Körperliche und geistige Behinderungen sind Sinnesbeeinträchtigungen, die Menschen in Wechselwirkung mit einstellungs-und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate hindern können.

Mutismus ist eine Kommunikationsstörung bei der der Betroffene schweigt, obwohl das Sprechen und die Sprache entwickelt sind. Das Schweigen wirkt sich auf die seelische Entwicklung der schweigenden Person aus. Verschiedene Studien zeigen, dass 30% bis 70% der Betroffenen Sprachauffälligkeiten haben. Hier kann die logopädische Behandlung bei der Überwindung des Schweigens unterstützen.

Werden Laute falsch gebildet oder auf Grund motorischer Probleme durch andere Laute ersetzt, durch vermindertes Hörvermögen, Mittelohrentzündungen oder falsch erworbener Aussprachemuster handelt es sich um Aussprachestörung. Die wohl bekannteste Aussprachestörung ist das Lispeln, bei dem die S-Laute zwischen den Zähnen gebildet werden.

Es liegt eine zentrale Störung vor, die die Planung und Programmierung von Sprechbewegungen beeinträchtigt. Es zeigen sich Suchbewegungen, kaum verständliche Äußerungen und Stottersymptome. Dies ist eine sehr seltene Sprach- bzw. Sprechstörung.

Hierbei können Kinder Gehörtes nicht adäquat wahrnehmen oder verarbeiten. So kann die Aufmerksamkeit und Lenkung, die Merkfähigkeit, das Richtungshören (Lokalisation) und die Figur- Hintergrund- Unterscheidung (Selektion) gestört sein.

Die phonlogische Bewusstheit ist eine notwendige Voraussetzung für den erfolgreichen Schriftspracherwerb. Störungen in diesem Bereich können das Lesen und Schreiben lernen gravierend erschweren. Zur Phonologischen Bewusstheit gehören Reimen (Haus, Maus, Laus), Silbenzählen (Katze = 2 Silben), Laute zählen (Hase = 4 Laute), Manipulieren von Lauten oder Silben (Haus ohne h = aus) und Wortmaterialien analysieren (Schaf beginnt mit einem sch).

Stottern
Stottern zeigt sich in Unterbrechungen im Redefluss durch auftretende Wiederholungen (Laut-, Silben und Wortwiederholungen) Dehnungen und Blockaden. Aus einem physiologischen Stottern im Kindesalter (um das 3. Lebensjahr) kann ein chronisches Stottern entstehen, das bei Betroffenen zu einem enormen Leidensdruck führen kann.

Poltern
Im Redefluss zeigen sich ein erhöhtes Sprechtempo, Hinzufügung von Lauten, Lautumstellungen im Wort, Ersetzungen von Lauten und Silben und Auslassungen von Lauten, Silben und Wörtern.

Hierbei handelt es sich um eine Schwäche der Muskeln im Gesicht. Sie beeinflussen die Mimik, das Kauen, Zungenbewegungen und Gaumensegelbewegungen. Das Schlucken und die Aussprache können durch eine geschwächte Gesichtsmuskulatur negativ beeinflusst werden.

Durch eine geschwächte Zungen- und Kaumuskulatur können falsche Schluckmuster erworben werden. Diese können zu Zahnfehlstellungen führen. Durch die Kräftigung der Zungen- und Kaumuskulatur und dem Erwerb des korrekten Schluckmusters können kieferorthopädische Behandlungen unterstützt werden.

Ist die Gaumensegelmuskulatur gestört kann es zur Rhinophonie kommen. Dabei können gewünschte nasale Anteile fehlen oder zu viel vorhanden sein. Ursachen können Lippen- Kiefer- Gaumen- Spalten sein.

Kinder mit Lippen- Kiefer- Gaumen-Segel- Fehlbildungen zeigen häufig Probleme im Bereich der Mundmuskulatur. Diese wirkt sich negativ auf die Aussprache aus und kann eine Stimmstörung zur Folge haben.

Kindliche Stimmstörungen können sich durch einen gepressten Stimmklang, Heiserkeit und Wechsel der Stimmlage zeigen. Ursache ist häufig eine Überreizung der Stimmfähigkeit. Durch Sensibilisierung des Stimmgebrauchs und Kräftigung der Kehlkopfmuskulatur kann die Symptomatik beeinflusst werden.

Nachdem eine Hörstörung diagnostiziert und durch einen HNO- Arzt oder Phoniater behandelt wurde, kann es notwendig sein, dass Kind mit dieser neuen Technik vertraut zu machen und das neu gewonnene Hörvermögen zu trainieren, um eine optimale Versorgung zu erreichen.

Wird das Füttern oder die Nahrungsaufnahme länger als mindestens 1 Monat von den Eltern als problematisch erlebt und sie deshalb Hilfe suchen, versteht man darunter eine Fütterstörung. Diese zeichnet sich durch Nahrungsverweigerung, extrem wählerisches Essverhalten oder eine verlängerte Nahrungsaufnahme aus.

Unter einer Lese-Rechtschreibschwäche/Störung versteht man eine Störung von Lesen und Rechtschreibung bei normaler Gesamtintelligenz, ohne Sehstörungen oder andere äußere Probleme. Sie gilt als Form einer Teilleistungsschwäche infolge eingeschränkter Fähigkeiten, Wörter aus Buchstaben zusammen zu setzen oder in Buchstaben zu zerlegen.

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Behandlungsablauf

Vor Beginn der Therapie laden wir Sie zu einem ausführlichen Gespräch ein. Ab circa dem 10ten Lebensjahr sollten die Kinder anwesend sein, Säuglinge ebenfalls.

Wir gehen mit Ihnen einen ausführlichen Fragebogen zu der Entwicklung ihres Kindes durch und Sie haben die Möglichkeit uns Ihre Sorgen über die Entwicklung ihres Kindes zu schildern sowie Fragen zu stellen. Anhand ihrer Schilderungen und persönlichen Ziele zur Veränderung der Situation erarbeiten wir gemeinsam die ersten Schritte des Therapieprozesses.

Wir führen standardisierte Tests je nach Alter und Problematik bezüglich der Sprachentwicklung in den Bereichen Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Hörwahrnehmung und phonologischen Bewusstheit durch. Diese dienen der genaueren Bestimmung des Therapieansatzes. Es wird individuell entschieden, ob eine Testung sinnvoll ist oder andere Methoden der Diagnostik zum Einsatz kommen.

Sie erhalten eine kurze Rückmeldung nach jeder Therapieeinheit. Hierfür bitten wir Sie pünktlich zum Ende der Therapie zu erscheinen. Verpassen Sie diesen Zeitpunkt, ist eine Rückmeldung an diesem Tag leider nicht möglich.

Bei einigen Verläufen ist es sinnvoll, dass ein Elternteil stets oder teilweise in der Therapie anwesend ist. Dies wird individuell besprochen.

Im Gesamtverlauf bieten wir immer wieder ausführliche Elterngespräche an.

Zur Festigung und Weiterentwicklung des Gelernten ist es wichtig das gesamte Umfeld einzubeziehen und somit einen Übertrag in den Alltag zu schaffen. Die Intensität dessen passen wir den individuellen Möglichkeiten der jeweiligen Familie an.

Austausch mit Kitas, Schulen, psychosozialen Einrichtungen, Ärzten, Therapeuten und Instituten ist für uns selbstverständlich.

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Therapiekonzepte

Die Gebärden unterstützte Kommunikation wurde ursprünglich für Kinder mit Trisomie 21 entwickelt. Es handelt sich um vereinfachte Gebärden aus der deutschen Gebärdensprache. Mit Hilfe dieser Gebärden werden zusätzlich zum Hören auch die Augen und Bewegung zur Sprachanregung genutzt. Das Konzept kann für alle Kinder genutzt werden, die in der Sprachentwicklung verzögert sind.

Die Neurufunktionstherapie wird zur Kräftigung der Gesichtsmuskeln und der am Sprechen beteiligten Muskeln genutzt. Das Konzept arbeitet mit kindgerechten Hilfsmitteln und Gedichten oder Liedern die für die Kinder sehr anregend sind.

Kinder mit Stottersymptomen haben bereits viele negative Erfahrungen mit ihrem Sprechen erlebt. Sprechangst und Unsicherheiten wirken sich oft zusätzlich negativ auf das Sprechen aus. Ansätze zur Stottervermeidung sind oft nicht dauerhaft erfolgreich. Mit dem Konzept der Modifikation soll der Stotternde sein Sprechen lernen zu kontrollieren und zu verändern. Stottern wird nicht mehr vermieden sondern bewusst gesteuert.

Komm!ASS ist ein speziell für Autisten entwickeltes Therapiekonzept. Der Therapeut versucht über gezielte Reizsetzung mit dem Kind in Interaktion zu treten und eine Kommunikation zwischen Kind und Aussenwelt zu ermöglichen. Dabei werden verschiedene andere Methoden zur Unterstützung angewendet.

Metacom ist ein Symbolsystem zur unterstützenden Kommunikation. Die Symbole sind besonders gut zu erkennen und zu unterscheiden. Die Sammlung beinhaltet ein großes Kernvokabular und eignet sich für Menschen aller Altersgruppen.

„Kinder dürfen Stottern“ ist ein direktes Therapiekonzept und gehört zu den Ansätzen der Stottermodifikation. Ziel ist es, Begleitsymptome abzubauen und ein lockeres, unangestrengtes Stottern zu schaffen, wodurch der Rückgang erleichtert werden soll. Dem Kind und seiner Familie soll ein offener, selbstbewusster Umgang mit dem Stottern vermittelt werden. Elternarbeit ist ein wichtiger Bestandteil. 

„Holta di Polta“ enthält pädagogisch-therapeutisches Übungsmaterial zur Förderung der phonologischen Bewusstheit. Die phonologische Bewusstheit ist eine notwendige Vorläuferfähigkeit für den erfolgreichen Schriftspracherwerb. 

Die Prosodietherapie nach Penner sensibilisiert für die deutsche Prosodie und ermöglicht es dem Kind seinen Wortschatz zu erweitern, sein Lautinventar zu vervollständigen und grammatische Regeln zu erwerben. Es verhilft zur natürlichen sprachlichen Intuition und orientiert sich an den Spracherwerbsphasen. Das Kind lernt die der Sprache zugrunde liegenden Regeln zu entdecken und anzuwenden. Rhythmus und Takt spielen eine wichtige Rolle.

Die „Psycholinguistisch orientierte Phonologie Therapie“ (P.O.P.T) nach Fox-Boyer ist ein Therapieverfahren für phonologische Aussprachestörungen bei Kindern (z.B. bei Vorverlagerung des Lautes /k/ zu /t/). Bei diesem Konzept steht die Gegenüberstellung aller vom Prozess betroffenen Ziel- und Ersatzlaute und deren Verbildlichung durch Lautsymbolbilder im Mittelpunkt.

AudioLog ist ein Hörtrainingsprogramm am Computer. Es beinhaltet eine umfangreiche Sammlung spielerischer Übungen zur Förderung der auditiven Wahrnehmung und der zentralen Sprachverarbeitung. 

Das Programm umfasst Übungen auf Geräusch-, Laut-, Silben- und Wortebene zur Förderung von Teilleistungen der zentralen Hörverarbeitung (z.B. Identifikation und auditive Merkfähigkeit).